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Was ist zu tun, wenn sich innen an den Fenstern Kondenswasser bildet?

Tipps & Tricks

Wenn Fenster im Winter beschlagen oder sich an der inneren Scheibe Kondenswasser bildet, muss gehandelt werden. In diesem Artikel erklären wir, was die Gründe dafür sind, was Sie tun können und wann doch die Fenster getauscht werden müssen.

Vor allem im Winter schlägt sich bisweilen Kondenswasser innen auf den Fensterscheiben nieder. Lässt sich das verhindern? „Da gibt es mehrere Wege“, sagte Mike Gonzalez, Geschäftsführer der Rolladen Pawlak GmbH & Co. KG, auf der Baumesse Essen 2026 im Rahmen des Interviews für unsere Instagram-Videoserie „Gute Frage“.

Zuallererst rät der Chef des Fensterbauunternehmens dazu, für Luftaustausch im Raum zu sorgen. Feuchtigkeit muss raus und trockenere Luft rein. Auf diese unerlässliche Maßnahme weist auch ÖkoTest hin. Denn die Wassertröpfchen an den Scheiben können in die Dichtungen rinnen und diese beschädigen. Die Schimmelgefahr steigt. Deswegen sollten die nassen Scheiben noch vor dem Lüften mit einem sauberen Tuch getrocknet werden, empfiehlt das Ratgeber-Portal.

Erst trockenwischen, dann richtig lüften

Gelüftet werden muss dann trotzdem, am besten quer durch den Raum mit ganz geöffneten Fenstern, sonst per Stoßlüften – vier Mal pro Tag für insgesamt zehn bis 15 Minuten sind ausreichend. Aber Achtung: Zu intensives Lüften im Winter kühlt den Raum stark aus, sodass danach mehr geheizt werden muss. Das schadet der Umwelt und geht ins Geld. Viele hilfreiche Tipps zum richtigen Lüften gibt der Deutsche Mieterbund. Der Verband empfiehlt übrigens, Wohnräume und die Küche in der Heizperiode auf 20 Grad, das Bad auf 21 Grad und das Schlafzimmer nachts auf 14 Grad zu beheizen. „Als Faustregel gilt: Je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter muss gelüftet werden“, ergänzt der Mieterbund.

Luftfeuchtigkeit wirksam reduzieren

Luftfeuchtigkeit ist der entscheidende Faktor, ob es zu Kondenswasserbildung an den Scheiben kommt oder nicht. Übrigens kann das Wasser auch an den Innenwänden kondensieren. Dies fällt meistens nicht so stark auf, weil es rasch in den Putz oder die Tapeten einzieht. Schimmelbildungsgefahr besteht trotzdem.

Der Schlüssel zur schimmelgeschützten Wohnung ist also die Senkung der Luftfeuchtigkeit. Dazu lüften wir, sollten grundsätzlich aber darauf achten, wenig zusätzliche Feuchtigkeit in die Wohnung zu lassen. Deshalb sollte Wäsche nicht in den Wohnräumen getrocknet werden. Nach dem Kochen oder Duschen muss gut durchgelüftet werden. Nicht zuletzt sollten Möbel nicht zu dicht an der Wand und Vorhänge nicht zu nah an den Fensterscheiben hängen, damit für ausreichend Luftzirkulation an diesen Flächen gesorgt ist. Darauf weist ein Bautrocknungsdienstleister hin.

Das Hygrometer gibt wertvolle Hinweise

Ob zu viel Feuchtigkeit in der Raumluft ist, verrät ein Hygrometer. Zu dessen Anschaffung rät beispielsweise die Verbraucherzentrale Thüringen ausdrücklich. Eingreifen sollten Sie dann, wenn das Wasseranteil-Messgerät über 40 Prozent in eher schlecht gedämmten Altbauten oder über 55 Prozent in gut gedämmten Neubauten anzeigt. Ab diesen Werten ist Lüften angesagt. Seit wenigen Jahren empfiehlt die Norm DIN EN 16798 Teil 1 für Räume der Kategorie I mit hoher Innenraumqualität übrigens während der Heizperiode eine Mindestluftfeuchte von 40 Prozent. Bei Räumen der Kategorie II werden 30 Prozent empfohlen.

Einige Tricks können dazu beitragen, die Feuchtigkeit der Raumluft zu senken. Auf technischer Ebene helfen Luftentfeuchter. Ein Hersteller von Verglasungen verweist darüber hinaus auf einfache Hausmittel. Ein Teller mit Salz oder Katzenstreu auf der Fensterscheibe absorbiert beispielsweise etwas Feuchtigkeit.

Anzeichen, wann Fenster getauscht werden sollten

Und wenn all diese Maßnahmen nichts gebracht haben? Dann muss möglicherweise über neue, gut isolierende Fenster nachgedacht werden. Denn je geringer der Temperaturunterschied zwischen der Innen- und der Außenluft ausfällt, desto weniger Kondenswasser wird sich bilden.

Es gibt bestimmte Hinweise, ob ein Fenster undicht ist und sich ein Austausch anböte, unter anderem diese:

  • Die Flamme einer brennenden Kerze vor dem Fensterrahmen wird durch Zugluft abgelenkt.
  • Auf den Scheiben bilden sich Eisblumen.
  • Bei einer Doppelverglasung bildet sich an der inneren Scheibe oder zwischen den Scheiben Kondenswasser, oder die Scheiben einer Mehrfachverglasung werden blind.
  • Zwischen den Flügelrahmen und der Verglasung treten Spalte auf.

„Die effektivste Lösung ist es, Fenster komplett auszutauschen“, sagt Experte Mike Gonzalez dazu, fügt aber hinzu, dass dies nur einer der notwendigen Schritte sei. Eingebettet werden sollte der Fenstertausch auch in die Optimierung der Wanddämmung. Nur so wird gewährleistet, dass die Oberflächentemperatur auf der Innenseite der Gebäudehülle nicht wesentlich von der Außentemperatur abweicht.

Mieterhöhung nach Fenstertausch?

Ein Fensteraustausch ist nicht gerade billig. Für Immobilieneigentümer stellt eine solche Maßnahme eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Mieterinnen und Mieter beschäftigt hingegen die Frage, ob die Miete steigt, wenn neue Fenster eingebaut wurden.

Zwar haben Mietende keinen Anspruch auf die Ausstattung ihrer Wohnung mit modernen Fenstern, weiß das Portal „Dämmen und Sanieren“. Anders sieht es aus, wenn die Fenster Mängel aufweisen, also beispielsweise undicht sind oder sich an den Scheiben Kondenswasser bildet. Dann sind Vermieterinnen und Vermieter – sofern sie darüber von der Mietpartei informiert wurden – verpflichtet, den Schaden zu beheben. Mieterinnen und Mieter haben dann einen Anspruch auf Modernisierung der Fenster.

Modernisierungen dürfen auf die Miete umgelegt werden

Der Begriff Modernisierung ist entscheidend dafür, ob die Maßnahme auf die Miete umgelegt werden kann oder nicht. Der Mieterverein Herne führt aus, dass eine Instandsetzung dazu dient, den vereinbarten Wohnwert der Wohnung wiederherzustellen. Diese Kosten müssen die Vermieter tragen. Verbessert sich der Wohnwert hingegen, weil etwa der Heizenergieverbrauch sinken wird oder intakte Fenster gegen Schallschutzfenster ausgetauscht wurden, handelt es sich um eine Modernisierung, die auf die Miete umgelegt werden darf – im Umfang von elf Prozent der Kosten auf die bisherige Jahresmiete.

Obwohl es nach Beobachtung des Mietervereins oft zu Mischformen kommt, weil defekte ausgetauscht und durch hochwertigere Fenster ersetzt werden, sagt der Verein ganz klar: „Sind die Fenster alt, morsch, wasser- und winddurchlässig, ist der Austausch eine Instandsetzung, das heißt letztlich eine Reparatur. Der Vermieter muss tätig werden, er darf die Miete nicht erhöhen.“

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Mike Gonzalez, Rolladen Pawlak GmbH & Co. KG
Foto „Eisblumen in Berlin“ von Quant8, lizenziert unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0).
Foto „Eisblumen in Berlin“ von Quant8, lizenziert unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0).Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/Original: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eisblumen_in_Berlin.jpg

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