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Wohnhäuser neu bauen: Auf der Kriechspur zur Baugenehmigung – stimmt das?

| Hausbau

Der sprichwörtliche Traum vom Eigenheim: Für viele steht er immer noch ganz oben auf der Bucket-Liste. Ungeachtet der Frage der Finanzierbarkeit ist die Verwirklichung eines solchen Vorhabens auch sonst herausfordernd. Angefangen bei der Baugenehmigung wird die Geduld von Möchtegern-Bauherren oft auf eine harte Probe gestellt. Aber stimmt das wirklich?

Bisweilen fassen junge Familien angesichts eines neuen Jahres den Entschluss, ein Neubauprojekt anzugehen. Wenn die Finanzierung geklärt, ein Grundstück gefunden und auch klar ist, wer architektonische Expertise beisteuern könnte und welches Bauunternehmen die Errichtung übernimmt, wartet eine große Herausforderung: der Gang zum Amt, um die Baugenehmigung zu beantragen.

Viele Genehmigungen dauern gar nicht so lange

Bis der Bauantrag endlich genehmigt worden ist, kann es allerdings dauern. Gerade Verbände wie der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) oder der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) bemängeln, dass zu viel Zeit zwischen dem Bauantrag und der Genehmigung verstreiche. Laut vdw benötigten die Behörden in Niedersachsen und Bremen 2021 in 38 Prozent der Fälle länger als sechs Monate, bis sie eine Baugenehmigung erteilten. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass es in nahezu zwei Dritteln der Fälle schneller ging. 37 Prozent der Anträge wurden nach drei bis sechs Monaten entschieden, kürzer als drei Monate benötigten die Ämter sogar in 25 Prozent der Fälle.

Mit welchem Tempo die Baubehörden sich mit den Anträgen künftiger Bauherren auseinandersetzen, ist von Region zu Region unterschiedlich. So wird aus Hessen berichtet, dass dort vor rund zehn Jahren Baugenehmigungen zwischen 33 und 139 Tage dauerten. Für Nordrhein-Westfalen geben die dortigen Kommunalen Spitzenverbände die durchschnittliche Dauer eines Genehmigungsverfahrens im sogenannten vereinfachten Verfahren mit 65 Tagen an. Dauere es doch einmal länger, liege dies oft daran, dass Antragstellende unvollständige Unterlagen eingereicht hatten.

Tipps für vollständige Bauanträge

Worauf Sie achten sollten, um gleich im ersten Anlauf vollständige Unterlagen für den Bauantrag einzureichen, erfahren Sie hier.

Mehr Baugenehmigungen nach starkem Rückgang

Tatsächlich dürften es weniger die bisweilen gemächlichen Bearbeitungszeiten sein, die eine regere Bautätigkeit verhindern. Vielmehr ist dies der schwächelnden Konjunktur insgesamt anzulasten. Denn insgesamt gingen die Bauanträge für Wohnbauten in den vergangenen Jahren stark zurück – laut Tagesschau um 45 Prozent seit 2023.

Zwar gab es 2025 dann deutlich mehr Baugenehmigungen, die Zahl liegt aber weiterhin deutlich unter dem einst erreichten Niveau. 2025 wurde mit 210.000 Genehmigungen für Wohnungsbauprojekte gerechnet. Dies ist somit weiterhin deutlich weniger als die von der Bundesregierung anvisierte Zahl von 400.000 Neubauten im Jahr.

Politik und Branchenverbände sehen eine rege Bautätigkeit aber als einen Baustein für mehr Wirtschaftswachstum an. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) verweist darauf, dass gut 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bauinvestitionen verwendet würden. Insgesamt trage das Baugewerbe fast fünf Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei.

Bau-Turbo soll Wirtschaftsaufschwung anschieben

Mehr Baugenehmigungen sind mithin ein Hinweis auf einen Aufschwung bei der Bautätigkeit und in der Folge auch auf einen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung. Klar, dass die Politik Anreize für mehr Bauinvestitionen setzen möchte. Diesem Ziel dient der sogenannte Bau-Turbo. Kommunen sollen damit die Baugenehmigungsprozesse beschleunigen können, damit schneller – gegebenenfalls sogar entgegen den Bestimmungen bestehender Bebauungspläne – gebaut, nachverdichtet und aufgestockt werden kann.

In Kraft getreten ist der Bau-Turbo – offiziell handelt es sich um eine Sonderregelung von Paragraf 246e des Baugesetzbuchs – im Oktober 2025, und er ist bis 2030 befristet. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen informiert auf dieser Seite ausführlich über das Vorhaben.

Zwei Jahre und mehr bis zum Einzug

Ob Turbo- oder eher Zweitaktgeschwindigkeit bei den Genehmigungsverfahren: Die bürokratischen stellen nur einen Teil der Hürden dar, die auf dem Weg von der ersten Idee bis zum Einzug ins Eigenheim überwunden werden müssen. Die Planungen mit Architekten und Bauingenieuren, der Grundstückserwerb, die Erdarbeiten, der Hochbau, der Innenausbau und schließlich die Einrichtung – all dies braucht Zeit. Zwei Jahre und mehr sind, glaubt man den Ausführungen eines Massivhausanbieters, ein durchaus realistischer Zeithorizont für die Verwirklichung des Traums vom Eigenheim.

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