Wer sein Dach begrünt, leistet Gutes in mehrerlei Hinsicht. Das versicherte Ina Krüger, Referentin für Projektarbeit beim in Berlin ansässigen Bundesverband GebäudeGrün (BuGG), ihrer interessierten Zuhörerschaft. Extensive Dachbegrünung ist natürlich gut für die Häuser, auf deren Dachflächen sie angelegt wird, führte die Fachfrau für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung aus. Darüber hinaus sind Gründächer in einer ansonsten weitgehend versiegelten Umgebung auch ein wichtiger Lebensraum für verschiedene Insekten, und sie verbessern das Mikroklima inmitten städtischer Betonwüsten.
Was heißt überhaupt „extensive Dachbegrünung“? Im Gegensatz zur intensiven Begrünung, bei der nahezu parkähnliche, pflegeintensive und schwere Grünlandschaften auf Dachflächen geschaffen werden, werden bei extensiven Begrünungen robuste, krautige Sedum-Pflanzen wie etwa Mauerpfeffer und Fetthennen gepflanzt. Diese Dachbegrünungen sind insgesamt leichter und stellen weniger Anforderungen an die Stabilität der tragenden Dachkonstruktion.
Video: Ina Krüger zu den Vorteilen von Dachbegrünungen
Gründächer verursachen weniger Aufwand
Extensiv begrünte Dächer verursachen wesentlich weniger Aufwand, versicherte Ina Krüger. Sie wachsen auf einer speziellen Substratschicht und vertrocknen auch nach längeren Hitzeperioden nicht; allenfalls färben sie sich etwas rot. Sie müssen also nicht gegossen werden und verlangen nach keiner weiteren Pflege.
Und welche sind die vielen Vorteile der Dachbegrünung, von denen bereits die Rede war?
- Extensive Dachbegrünung schützt die Dachhaut vor Witterungseinflüssen. Weder andauernde UV-Strahlung noch Kälte oder Dauerregen können der Dachabdichtung etwas anhaben. Dafür sorgt der dreischichtige Aufbau der Dachbegründung aus einer Drainageschicht, einem Filtervlies und schließlich der Substratschicht mit den darin befindlichen Pflanzen.
- Dachbegrünung wirkt als zusätzliche Dämmung. Die acht bis zehn Zentimeter dicke Schicht hält Kälte wie auch Hitze vom Gebäudeinneren fern.
- Begrünte Dächer sind ökologisch wertvoll. Während normale Dachflächen versiegelte Oberflächen sind, sind Gründächer ein Lebensraum für verschiedene Tierarten, bieten Überwinterungsmöglichkeiten und dienen nicht zuletzt als Nahrungsquelle.
Klimaanlage, Feinstaubfilter, CO2-Speicher, Wasserspeicher
Es gibt weitere messbare Gründach-Vorteile. Die Umgebungstemperatur rund um das begrünte Dach herum sinkt nach Ina Krügers Angaben um bis zu 1,5 Grad. Ein Quadratmeter Gründach binde bis zu 10 Gramm Feinstaub und bis zu 800 Gramm Kohlendioxid. Nicht zu verachten sei auch die Wasserrückhaltewirkung. Diese wird auf bis zu 30 Liter pro Quadratmeter beziffert.
Noch mehr Gründach-Informationen
Sie wollen noch mehr zu Gründächern wissen? Dann schauen Sie doch einfach auf der Internetseite des BuGG vorbei. Auch hier in „Rund ums Haus“ haben wir bereits über dieses Thema berichtet. Lesen Sie dazu den Artikel „Darum lohnt sich ein Gründach auch für Ihr Eigenheim!“.


