Die Hansestadt Bremen ist mit gut 419 Quadratkilometern Deutschlands flächenmäßig kleinstes Bundesland. Dass der Stadtstaat eine ähnliche Fläche wie Barbados aufweist, könnte dazu beitragen, dass man in Bremen stolz darauf ist, über das kleinste Haus der Bundesrepublik zu verfügen.
Wohnen auf vier Quadratmetern mit Dachterrasse
Das Mini-Gebäude findet sich im touristisch attraktiven Schnoor-Viertel in der Bremer Innenstadt. Es bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern satte vier Quadratmeter Wohnfläche – zuzüglich einer Dachterrasse. Wer mutig ist, kann in dem Winzig-Heim sogar Urlaub machen. Denn ein Immobilienunternehmen bietet das Domizil in Kooperation mit einem Social-Media-Star als Ferienwohnung an. Für platzsparenden Urlaub wäre also schon einmal gesorgt.
Kleinstes Hotel steht in Bad Segeberg
Mit dem kleinen Ferienwohnungshaus ist es aber noch nicht getan: Eine regionale Zeitung lokalisiert auch noch das „wohl kleinste Hotel der Welt“ im Schnoor-Viertel. Das sogenannte Hochzeitshaus biete seinen maximal zwei Gästen komfortable 48 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Etagen.
Verglichen mit dem vom Guiness-World-Records-Verzeichnis anerkannten kleinsten Hotel der Welt hat die Bremer Herberge geradezu gigantische Ausmaße. Denn dort wird seit 2023 das Hotel „Trafo-Häuschen“ in Bad Segeberg als kleinstes Hotel der Welt geführt. Die Wohnfläche ist dort 17,85 Quadratmeter „groß“.
Viele Tiny Houses bieten mehr als 20 Quadratmeter
Mit den genannten Größen unterbieten die beiden vorgestellten Gebäude noch das Platzangebot eines Angebots, das immer mehr Aufmerksamkeit erntet: Tiny Houses. Die von der Idee her mobilen Wohnkonzepte können es immerhin auf bis zu 26 Quadratmeter Wohnfläche bringen, wenn sie zweigeschossig angelegt werden. Dank der vergleichsweise geringen Anschaffungskosten und der mancherorts besser werdenden Verfügbarkeit von Flächen, auf denen Tiny-House-Siedlungen entstehen können, sind die Kleinsthäuser zunehmend im Trend. So wird etwa in Dortmund gerade das Tiny Village Dortmund-Sölde geplant, worüber die Stadt Dortmund jüngst auf der Bau! Messe! NRW! informierte.
Durchschnittliche Wohnfläche beträgt über 90 Quadratmeter
Wohnen wir in Deutschland angesichts dieser Beispiele also auf eher kleiner Fläche? Nein, das Umweltbundesamt stellt klar fest: „In Deutschland werden immer mehr und immer größere Wohnungen gebaut.“ Demnach wurden 2023 in Deutschland 43,7 Millionen Wohnungen gezählt. Seit 2011 sei die Wohnfläche um 8,8 Prozent größer geworden, so dass die durchschnittliche Wohnfläche nun bei 92,2 Quadratmetern liege. Der Grund für diese Entwicklung: Mehr Wohnungsbau für Single-Haushalte und der Anstieg der Wohnfläche im Alter.
Falls Sie sich nun umschauen und feststellen, dass sie gar nicht so groß wie der Durchschnitt wohnen, ist dies gut möglich. Denn in den statistischen Durchschnitt gehen ja auch die viel größeren Wohnungen ein, über die beispielsweise recht gut verdienende Menschen verfügen. So wohnen Menschen mit einem Durchschnittseinkommen von 4000 Euro und mehr pro Monat durchschnittlich in 126,5 Quadratmeter großen Wohnungen, geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 2022 hervor. Eine Rolle spielt natürlich auch, ob im Eigentum (größer) oder zur Miete (kleiner) gewohnt wird. Immobilien im Eigentum haben durchschnittlich 125,9 Quadratmeter Wohnfläche, Miet-Haushalte dagegen nur 74,5 Quadratmeter.
Flächenangebot ist kein brauchbarer Maßstab
Damit ist klar: Ihre Wohnung passt mit hoher Wahrscheinlichkeit in kein Raster. Auch auf einer eher kleinen Fläche können Sie sich wohlfühlen. Und ganz sicher sind Eignerinnen und Eigner riesiger Häuser wegen des großen Flächenangebots auch nicht glücklicher als Mieter von Einraum-Appartments.



