Der Herbst naht. Langsam nimmt die Zahl der blühenden Pflanzen ab. Hingegen erlebt ein ganzjährig präsentes Gewächs im Herbst seine Blütezeit: der Efeu. Ab Ende August und durchaus bis weit in den November hinein zeigen sich die laut Nabu „in einer Halbkugel angeordneten, unscheinbar gelbgrünen Blüten“. Sie werden gern von Bienen, Wespen und Faltern aller Art, die sonst nur noch schwer Nektar-Nahrung finden, aufgesucht. Auch die kleinen, blauschwarzen Früchte werden später im Winter von zahlreichen Vogelarten gern verspeist.
So düster wie die Jahreszeit ist durchaus auch das Image der Kletterpflanze. Immerhin wuchert Efeu bevorzugt an schattigen Mauern oder bedeckt Gräber mit seiner dunkelgrünen Blatt-Pracht. So romantisch mit Efeu bewachsene Außenwände auch aussehen mögen, stellt sich doch die Frage, ob es für die Fassaden eigentlich gut ist, wenn „Hedera helix“ an ihnen emporklettert.
Intakte Mauern nehmen keinen Schaden
Der Nabu berichtet in dieser Hinsicht Beruhigendes. Hiesige Kletterpflanzen wachsen demnach nicht in Mauern ein, sondern halten sich mit Haftwurzeln, Saugnäpfen, Klimmhaaren und ähnlichem an der Fassade fest. Putz und Mauerwerk werden also nicht beschädigt.
Vorsicht sollten Hausbesitzer allerdings walten lassen, wenn die Fassade bereits Schäden aufweist. Wie eine Baumarkt-Kette ausführt, besteht dann die Gefahr, dass die Efeu-Ranken in Risse hineinwachsen und diese noch ausweiten. Gekappt werden sollte der Efeu außerdem, wenn er das Dach erreicht. Das hoch hinaus strebende Gewächs ist nämlich durchaus in der Lage, Dachpfannen anzuheben.
Im Sommer kühlend, im Winter wärmend
Grundsätzlich lässt sich also sagen: Efeu schadet der Haus-Fassade nicht. Auch zur Schimmelbildung trägt er in der Regel nicht bei. Vielmehr hebt der Naturschutzbund sogar die wärmedämmenden und -speichernden Eigenschaften von Fassaden hervor, die von Kletterpflanzen berankt werden: „Von Pflanzen geschützte Hauswände erwärmen sich im Sommer höchstens bis auf 30 Grad Celsius. Ungeschützte Wände erreichen oft bis zu 60 Grad.“ Im Winter kühlten bewachsene Wände wiederum weniger aus. Als Bonus wird natürlich auch die Artenvielfalt gefördert. Laut einer Studie der Universität zu Köln und des Forschungszentrums Jülich aus dem Jahr 2018 absorbieren Efeu-Fassaden sogar besonders viel gesundheitsschädlichen Stickstoff, und die Blätter filtern Feinstaub aus der Stadt-Luft. Auch Kohlendioxid wird gebunden.
Vorsicht: Efeu-Früchte können Allergien auslösen
Auf eine weitere Eigenschaft des Efeus weist abschließend der BUND hin: Nicht umsonst wurde das Gewächs zur Arzneipflanze des Jahres 2010 gekürt. Blätter und Früchte wurden nämlich schon in der Antike gegen Schmerzen und bei Verbrennungen eingesetzt. Noch heute gibt es Extrakte aus Efeublättern, die zur Linderung von Atemwegserkrankungen angewendet werden.
Die Kehrseite dieser wohltuenden Effekte: Frische Efeublätter und ihr Saft können allergische Reaktionen auslösen. Die Früchte sind bei entsprechender Dosierung giftig und besonders für Kinder gefährlich.
Noch mehr Efeu-Infos im Baumesse-Experten-Forum
Wenn Sie mehr über Efeu erfahren möchten, schauen Sie gern auf dem Baumesse-You-Tube-Kanal vorbei. Dort verrät Nils Neugebauer von der Baumschule Jurgelucks aus Bad Lippspringe, warum er Efeu für eine der wertvollsten Pflanzen im Garten hält.


