Die Messe rund um Bauen, Wohnen, Renovieren und Energiesparen

Steigende Hauskosten als Weckruf: So finanzieren Sie Ihre energetische Sanierung 2026

Tipps & Tricks

Insbesondere hohe Energiekosten werden für jene, die in einem Altbau wohnen, eine zunehmende Herausforderung. Zwar schwanken die Strom- und Gaspreise stark. Energieversorger gehen jedoch davon aus, dass sich Strom und Gas aufgrund der erschwerten Beschaffung langfristig verteuern werden.

Diese Aussicht ist vornehmlich für die Eigentümer älterer Häuser ein Weckruf. Für sie wird es Zeit, über eine energetische Sanierung ihrer Immobilien nachzudenken – und auch darüber, wie sie diese finanzieren wollen.

Warum 2026 ein entscheidendes Jahr für Sanierer ist

Der Druck auf Immobilieneigentümer wächst von mehreren Seiten gleichzeitig. Steigende Energiepreise erhöhen die laufenden Betriebskosten, während neue EU-Gebäuderichtlinien mittelfristig Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Wohngebäuden stellen. Gleichzeitig sind Fördermittel zwar nach wie vor verfügbar, aber die Konditionen und Budgets ändern sich regelmäßig.

Hinzu kommt: Wer saniert, steigert den Marktwert seiner Immobilie. Studien wie das Forschungsprojekt EnerWert II zeigen nachweislich, dass eine verbesserte Energieeffizienzklasse den Verkehrswert von Wohngebäuden steigert. Bessere Effizienzklassen (A–C) führen zu höheren Immobilienpreisen, während schlechtere Klassen (E–H) Abschläge bis zu 50% verursachen, wie Analysen von Immowelt und IfW Kiel bestätigen.

Warum sich eine energetische Sanierung auszahlen kann

Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung drohen Eigentümern, die 2045 weiterhin auf Gasheizungen setzen, Netzgebühren im vierstelligen Bereich.

Der Grund für diese Mehrkosten liegt klar auf der Hand: Eine sinkende Zahl an Verbrauchern bedeutet für jeden  Einzelnen steigende Preise für die Gas-Transportwege.

Hohe Energiekosten machen sich in vielen Haushalten jedoch bereits jetzt bemerkbar. Um sie zu senken, kann sich eine energetische Sanierung lohnen. Hierbei handelt es sich um eine bauliche Modernisierung einer Immobilie, die darauf abzielt, deren Energieverbrauch zu reduzieren.

Mögliche Maßnahmen sind etwa der Austausch der alten Gasheizung oder die Dämmung von Wänden und Dach, um die Heizkosten zu verringern.

Eine energetische Sanierung kann, abhängig von den ergriffenen Sanierungsmaßnahmen, zahlreiche Vorteile mit sich bringen:

  • geringere Kosten für Strom und Gas
  • mehr Wohnkomfort
  • Wertsteigerung der Immobilie

Gleichzeitig geht sie jedoch mit hohen Investitionskosten einher. Diese lassen sich etwa mit einem Baukredit stemmen.

Die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen im Überblick

Nicht jede Sanierungsmaßnahme ist gleich wirkungsvoll. Welche Investitionen sich am meisten lohnen, hängt vom Zustand des Gebäudes und den individuellen Zielen ab. Folgende Maßnahmen haben sich als besonders effektiv erwiesen:

  • Dämmung von Dach und Außenwänden: Bis zu 30 Prozent Heizkosteneinsparung möglich
  • Austausch alter Heizungsanlagen: Wärmepumpen und Hybridheizungen nutzen erneuerbare Energien effizient.
  • Erneuerung der Fenster und Türen: Reduziert Wärmeverluste und verbessert den Schallschutz
  • Installation einer Photovoltaikanlage: Eigenstromerzeugung senkt laufende Energiekosten dauerhaft.
  • Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung: Verbessert die Luftqualität und verhindert Schimmelbildung

Eine Kombination mehrerer Maßnahmen im Rahmen einer Komplettsanierung wird von Förderprogrammen besonders begünstigt.

Finanzierungswege für die energetische Sanierung

Die Kosten für die energetische Sanierung eines Hauses reichen schnell bis in den fünf- oder sechsstelligen Bereich. Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine energetische Sanierung zu finanzieren. Wer die verfügbaren Instrumente klug kombiniert, kann die finanzielle Belastung erheblich reduzieren.

KfW-Förderung und BEG-Zuschüsse

Möchten Sie etwa Ihre alte Heizung gegen eine moderne Wärmepumpe austauschen, können Sie sowohl die KfW-Förderung 458 für den Heizungstausch als auch die Bafa-Förderung für die Heizungsoptimierung beantragen.

Das Bundesförderprogramm für effiziente Gebäude (BEG) ist das zentrale Förderinstrument für Sanierungsvorhaben in Deutschland. Es bietet sowohl Zuschüsse als auch zinsgünstige Kredite über die KfW-Bank. Besonders attraktiv: Wer sein Haus zu einem sogenannten Effizienzhaus saniert, erhält höhere Fördersätze. Die Zuschüsse können je nach Maßnahme und Effizienzklasse zwischen 15 und 45 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

Wichtig: Die Beantragung muss in der Regel vor Baubeginn erfolgen. Ein zugelassener Energieeffizienzexperte muss das Vorhaben begleiten.

Zusätzlich ergibt es Sinn, sich über regionale und kommunale Förderangebote zu informieren. Diese können anbieterabhängig sowohl für Einzelmaßnahmen als auch für Komplettsanierungen genutzt werden.

Sanierungskredit als flexibles Finanzierungsinstrument

Reichen Eigenkapital und Fördermittel nicht aus, bietet sich ein zweckgebundener Sanierungskredit an. Dieser ermöglicht es, auch größere Investitionen stufenweise zu stemmen. Mit einem Baufinanzierungsrechner wie jenem der DKB lässt sich auch für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen schnell ermitteln, welche monatliche Rate realistisch ist und wie sich verschiedene Kreditlaufzeiten auf die Gesamtkosten auswirken – eine wertvolle Orientierungshilfe.

Dabei gilt: Je höher der Eigenkapitalanteil, desto günstiger sind in der Regel die Kreditkonditionen. Experten empfehlen, mindestens 20 Prozent der Sanierungskosten aus eigenen Mitteln zu decken.

Steuerliche Vorteile nicht vergessen

Selbstnutzende Eigentümer können energetische Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden älter als zehn Jahre steuerlich absetzen. Bis zu 20 Prozent der Kosten – maximal 40.000 Euro – lassen sich über drei Jahre direkt von der Steuerschuld abziehen, sofern die Maßnahmen bis 200.000 Euro umfassen und von einem Fachunternehmen ausgeführt werden. Nutzen Sie dafür die Anlage „Energetische Maßnahmen“ in der Einkommensteuererklärung.

Häufige Fehler bei der Sanierungsfinanzierung

Viele Eigentümer verschenken Geld, weil sie typische Fallstricke nicht kennen. Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Förderantrag nach Baubeginn stellen: Das führt zum vollständigen Verlust der Förderung.
  • Nur auf einen Finanzierungsweg setzen: Die Kombination aus Eigenkapital, Zuschüssen und Kredit ist fast immer vorteilhafter.
  • Keine Energieberatung einholen: Ohne professionelle Analyse werden oft falsche Maßnahmen priorisiert.
  • Angebote nicht vergleichen: Handwerker- und Kreditkonditionen können erheblich variieren.
  • Puffer vergessen: Unvorhergesehene Mehrkosten von 10 bis 15 Prozent sollten immer eingeplant werden.

Fazit

Hohe Energiekosten können sich für Hausbesitzer langfristig zu einer enormen Herausforderung entwickeln. Um sie einzusparen, empfehlen sich energetische Sanierungsmaßnahmen wie der Austausch der Heizung. Die hohen Investitionskosten lassen sich mithilfe eines Baukredits sowie staatlicher Förderungen stemmen.

Zurück
Strom wird teurer, Gas wird teurer - alles wird teurer, und Besitzer alter Immobilien trifft das oft besonders. Eine energetische Sanierung kann helfen. Quelle: BOOM Photography - Pexels (lizenzfreie Nutzung)

Telefonisch oder per Mail

Bei der Baumesse finden Sie für alle Wünsche und Fragen kompetente Ansprechpartner. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Wir freuen uns darauf, Ihnen bei Ihrem Anliegen zu helfen.

02506 / 300 29 0 - info@baumesse.de