(djd/pt). Wenn das Wintergrau endlich verschwunden ist und die Sonne die Wohnräume in helles Licht taucht, fällt vielen Haus- und Wohnungsbesitzern auf, dass auch ihre Wände mal eine Frischzellenkur gebrauchen könnten. Dank moderner, leicht zu verarbeitender Dispersionsfarben ist ein neuer Anstrich heute im Handumdrehen erledigt. Mit ein paar Grundregeln und Tricks gelingt alles perfekt.
Farbauswahl: (nicht nur) eine Frage des Geschmacks
Rot, Hellgrün, Weiß und Orange: Das sind die aktuellen Farbtrends. Doch wie in der Mode, bestimmt eher der eigene Geschmack als die Megatrends die persönliche Auswahl. Ein paar Grundregeln gibt es dennoch: Generell wirken kleine Räume mit hellen, dezenten Farben größer. Ist die Wand, die dem Fenster gegenüberliegt, heller als die anderen Wände, vergrößert sie den Raum ebenfalls. Helle Decken in niedrigen Räumen wirken höher, hohe Räume werden niedriger mit einer dunkleren Decke oder einem weißen Streifen am oberen Rand zur Decke.
Wie die eigenen Ideen zur Farbgestaltung wirken, kann man unter www.farbdesigner.de im Handumdrehen ausprobieren. Hier steht eine ganze Reihe typischer Räume und Einrichtungssituationen bereit, die sich mit wenigen Mausklicks in unterschiedliche Farben tauchen lassen. Sogar Boden oder Vorhänge lassen sich gestalten. Da Farben bei jedem Licht anders wirken, sollte man ihre Wirkung dennoch auch mit Farbkarten zu Hause ausprobieren, bevor man sich auf die endgültigen Farbtöne und Nuancen festlegt. Am besten bei Tageslicht und nachts bei Kunstlicht unter die Lupe nehmen.
Mit Vollton- und Abtönfarben wie beispielsweise der Serie 951 von Brillux ist es für Selbermacher kein Problem, die gewählte Farbe zu Hause anzumischen. Im Zweifelsfall berät der Fachhandel, worauf dabei genau zu achten ist.
Hohe Deckkraft spart Arbeit
Das Deckvermögen, das Profis auch als "Kontrastverhältnis" bezeichnen, steht für die Ergiebigkeit und Deckkraft der gewählten Farbe. Sie ist in Klassen von 1 für höchste bis 4 für niedrigste Deckkraft auf der Verpackung angegeben. Ein hohes Deckvermögen erspart dem Heimwerker Mehrfachanstriche.
Welche Nassabriebbeständigkeit sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt von der Nutzung des Raums ab. Ist sie hoch, verzeiht die Wand eher mal einen Flecken, ist sie niedrig, sollten die Räume nicht zu intensiv etwa von tobenden Kindern genutzt werden. Die Abstufung geht von 1 für höchste bis 5 für geringste Nassabriebbeständigkeit. Eher glänzende Oberflächen sind nassabriebfester als matte. Wenn das Licht flach auf die Wand auftritt, können matte Flächen aber Vorteile haben, da sie keine Reflexionen erzeugen.
Tipps und Tricks für Streicharbeiten
Vorbereitung:
Steckdosen und Lichtschalter werden abgeschraubt - Sicherungen
herausdrehen, sonst droht Gefahr von den offenliegenden Kontakten.
Möbel, die nicht aus dem Zimmer geräumt werden können, kommen in die
Raummitte und werden komplett mit Folie abgedeckt. Fußleisten, Fenster-
und Türrahmen klebt man mit Kreppband ab. Auf den Fußboden kommt
ebenfalls Abdeckfolie, die es heute bereits mit selbstklebendem Rand
gibt. Gut geeignet für den Boden ist auch Malerabdeckvlies (im
Farbfachhandel erhältlich), das sich mehrfach verwenden lässt.
Staub, Spinnweben et cetera müssen gründlich von Wand und Decke abgekehrt werden - sonst gibt's beim Streichen Flecken.
Hartnäckige Nikotin-, Wasser-, Fett- oder Rußflecken behandelt man am
besten mit einer Isolierfarbe wie etwa Brillux Aqualoma vor.
Streichen:
Zuerst werden Wandanschlüsse, Ecken und Kanten gestrichen. Geeignet ist
dafür ein breiter Flachpinsel oder, noch einfacher, eine Eckenrolle.
Bevor die Wandflächen an der Reihe sind, wird die Decke gestrichen.
Sonst könnte die tropfende Farbe gleich die frischen Wände
verunstalten. Bei den Wänden immer vom Fenster wegarbeiten, dann
bleiben die Spuren der Rolle unsichtbar.
Sollen verschiedenfarbige Wände aneinanderstoßen, deckt man die Kante
der bereits gestrichenen Fläche am besten mit Malerkrepp ab.
Längere Pausen überstehen Pinsel und Rollen problemlos ohne Auswaschen,
wenn man sie fest in Frischhaltefolie einpackt. Nach Ende der Arbeiten
säubert man den Rand des Farbeimers und gibt etwas Wasser auf den übrig
gebliebenen Farbrest, um Eintrocknen zu verhindern. Pinsel und Rollen
gründlich auswaschen - ist die Farbe erst einmal trocken, sind sie
unbrauchbar.