(djd/pt). Ab 2009 ist es amtlich: Neu errichtete Wohnhäuser müssen
einen Teil ihrer Heizenergie aus regenerativen Quellen wie
beispielsweise Holz decken. Der nachwachsende Rohstoff kann nicht nur
als Kohlendioxid-neutrales Brennmaterial zum Klimaschutz beitragen.
Holz als Baumaterial schont über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg
Klima und Ressourcen. Seine Herstellung verbraucht im Unterschied zu
anderen Baumaterialien wie etwa Ziegeln, die bei hohen Temperaturen und
mit großem Energieeinsatz gebrannt werden, kaum Energie. Auch die
Transportwege vom Einschlag über die Verarbeitung bis zur Baustelle
können kurz gehalten werden.
Holz, massiv wie Stein
"Für unseren Holzbaustoff muss nicht ein
Baum extra fallen", berichtet Andreas Ludewig, Projektleiter bei der
Massiv-Holz-Mauer GmbH. Das Unternehmen hat einen Holzbaustoff
entwickelt, der ausschließlich Rand-Abschnitte aus der
Bretterherstellung in Sägewerken verwendet. Diese werden vollkommen
leim- und chemiefrei mit kleinen Metallstiften verbunden und zu einer
massiven Holzmauer verpresst (Info: www.massiv-holz-mauer.de ). Damit
erreicht das Material die Festigkeit von Steinwerkstoffen und hat zudem
gute Brandschutzeigenschaften. Im Unterschied zu anderen
Massivholzbauweisen besteht auch nicht die Gefahr von Setzungen oder
Verwindungen. Die baubiologischen Eigenschaften von natürlichem Holz
bleiben aber voll erhalten. Und mit einer außenliegenden Dämmschicht
erreichen die Wände ohne weiteres Passivhausstandard.
Keine architektonischen Kompromisse
"Zwei
bis drei Tage braucht die Errichtung eines Einfamilienhauses aus
Massivholzmauer, wenn die Bodenplatte steht", so Ludewig, "denn alle
Bauteile werden im Werk fix und fertig erstellt und auf der Baustelle
nur noch verschraubt." Architektonische Kompromisse muss deshalb
niemand machen. Denn die Teile werden mit Hilfe moderner CNC-Technik
millimetergenau nach den Angaben des Planers oder Architekten
gefertigt. Auch beim Wandabschluss besteht Gestaltungsfreiheit:
Klassische Putzfassaden sind ebenso möglich wie hinterlüftete Fassaden
mit Holz- oder anderen Verkleidungen. Für die Innenräume empfiehlt
Ludewig natürliche, atmungsaktive Materialien, um die raumklimatischen
Vorteile des Massivholzes zu erhalten.